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"Kunst gibt nicht das sichtbar wieder,
sondern macht sichtbar." Paul Klee
 
ZauberKUNST
Eine Betrachtung
 
Wer heute an Zauberer denkt, der assoziiert damit in erster Linie Großillusionisten, die a la David Copperfield Flugzeuge verschwinden lassen, die Chinesische Mauer durchdringen oder mit enormem Materialaufwand moderne Wunder vor tausenden von Zuschauern und in eigenen Fernsehshows vollbringen. Oder aber den lustigen Zauberer, der als Zauber-Clown oder Stand up-Comidyen seine Darbietungen mit manchen Tricks anreichert.
Dass ZauberKUNST mehr war und mehr sein kann, zeigt Ulrich Rausch in seinen Programmen. In seinem Kinder-Zauber-Theaterstück "Der kleine Zauberer will Hof-Zauberer werden" erzählt er die Geschichte von einer Reise, von Enttäuschungen und Ermutigungen, von Wünschen und Hoffnungen, was passieren muss, damit sie in Erfüllung gehen können, und was passiert, wenn sie nicht so in Erfüllung gehen wie erwartet.       
 
 
In dem Erwachsenenprogramm "Brandstifter - Ein gefährlicher Abend!" geht es um Wortschänder und Menschenmissbraucher. Mit anspruchsvollen literarischen Texten nähert er sich den Verführern und Verführten, und kann so über Unwörter in der deutschen Sprache, Neonazis, Opfer von Politik und Krieg und körperlich mißbrauchte Menschen sprechen.
Bei der Themenauswahl gibt es keine Tabus, bei der Art der Präsentation sehr wohl. Denn wenn man Tabus nicht ansprechen kann, dann wird man ewig an ihnen herumwürgen.
"Die ZauberKUNST regt durch die Momente der Verblüffung und der Irritation zum Nachdenken an", sagt Rausch. Und genau diese Irritation macht er sich zunutze, indem er zu seinen Themen Bilder und Effekte entwickelt, die gedankliche Stolpersteine enthalten. Und so nicht einfach abbilden, sondern manches Unsichtbare sichtbar machen.
Nicht von der Stange, aus dem Zauberrequisiten-Grosshandel oder aus einem Internet-Shop, stammen die Effekte und Illusionen, die Rausch in seinen Programmen präsentiert. Als einer der kreativsten Köpfe entwickelt er viele KUNSTstücke selbst, meist passgenau zu dem Thema. "Wenn ich zaubere, dann möchte ich Bilder erschaffen, die bei den Zuschauern Emotionen auslösen, oder zum Nachdenken anregen", sagt Rausch. Emotionen löst er gewiss aus, und zwar die ganzen Bandbreite der menschlichen Gefühle, von der Freude, dem Erschrecken, dem Entsetzen und der Betroffenheit bis zum Glücksempfinden über etwas sehr Schönes. Dabei wird nie der Holzhammer, sondern immer das subtile Zusammenspiel von Text, Musik und Illusion eingesetzt.
Damit wird an die alte fast vergessene Form der ZauberKUNST angeknüpft, die in Salons und Kammerspiel mit geschliffenen Vorträgen und neuartigen Effekten zwar keine Kunst für die Massen war, aber im ureigensten Sinn Kunst verkörperte, in dem sie das Unsichtbare sichtbar machte.

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